Kapitel 1: "Pilot der Zeitenwende"

 

Ein Flugzeug (Volkswirtschaft) startet vom Heimatflugplatz (Industriegesellschaft) mit voller Besetzung und maximaler Beladung zu einem anderen Kontinent (in ein neues technologisches Zeitalter). Der Point of no Return (Umkehrbarkeit des Fluges) ist irgendwann überschritten. Es gibt kein zurück mehr.

Der Flug zum anderen Kontinent (Informations- und Dienstleistungsgesellschaft) sollte ursprünglich in ruhigem Wetter erfolgen. Plötzlich kommt ein Sturm (Globalisierung) mit heftigem Gegenwind (Arbeitslosigkeit) auf, der die Spritreserven (Sozialkassen) rasch auffrißt. Der andere Kontinent ist nur mit drastisch weniger Fluggewicht (Staatsquote), also weniger Ballast (sozialen Leistungen und Staatsapparat) zu erreichen. Es stehen mehrere Landeplätze zur Auswahl (Sozialismus oder Marktwirtschaft), die jedoch nur ohne Umwege - also direkt - erreicht werden können.

Der Pilot (die Politik) des Flugzeugs schlägt einen Landeplatz vor. Die Passagiere (Bürger) können sich jedoch nicht rasch genug zu einem gemeinsamen Ziel durchringen. Während die Passagiere noch erbittert debattieren, entschließt sich der Pilot für den weiter westlich gelegenen Landeplatz (Marktwirtschaft). Der östliche Landeplatz (Sozialismus) liegt zwar etwas näher (ist scheinbar bequemer zu erreichen); in Pilotenkreisen ist er jedoch für seinen desolaten Zustand bekannt. Der Pilot nimmt daher direkten Kurs auf den westlichen Landeplatz, um nicht weiter unnötig wertvolle Zeit (Wettbewerbsfähigkeit) zu verlieren.

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Um den anderen Kontinent erreichen zu können, muß das Flugzeug soviel wie möglich überflüssigen (=entbehrlichen) Ballast abwerfen. Das Wehgeschrei der Passagiere (das Volk und die Lobbies) ist bei der Auswahl der Gepäckstücke (soziale Wohltaten), die abgeworfen werden müssen, damit das Fluggewicht (Staatsquote) sinkt, unerträglich, schrill und laut. Manche Passagiere (Lobbyisten, Gewerkschaften) tun sich mächtig wichtig und sehr gewichtig (zu schwer). Am liebsten wäre der Pilot (Politik) diese Passagiere los, aber er hat eine Verantwortung für alle Passagiere (Bürger) an Bord. Der Pilot sieht sich schließlich gezwungen, hart durchzugreifen. Er veranlaßt, allen überflüssigen Ballast radikal abzuwerfen. Er billigt den Passagieren lediglich eine knappe Ausstattung fürs Überleben (soziale Grundversorgung) zu. Es gibt auch Momente des Stillebens: die ältere Dame (Rentnerin) darf ihren geliebten Handkoffer (Häuschen) behalten, das Kleinkind ihre Puppe (Familienförderung). Im übrigen setzt sich der Pilot jedoch entschlossen durch. Es muß gehandelt werden (für Sonntagsreden ist keine Zeit). Die Dinge gehen jetzt immer schneller von statten. Der Treibstoff (Sozialkassen) wird bedrohlich knapp. Der Gegenwind (die Arbeitslosigkeit) will nicht nachlassen, sondern nimmt noch eher zu. Immer mehr Passagiere (Bürger) erkennen den Ernst der Lage und unterstützen nun beherzt (durch Aufgabe von Besitzständen) den Pilot und bringen Unvernünftige (Trittbrettfahrer) zur Raison. Auch der ein oder andere Lobbyist (Beamte, -Reiter) sieht nun ein, daß er sich und seine Tochter nur unter Gepäckverlust (Beamtenstatus, Ansprüche) heil ans Ziel (Zukunft) bringen kann. Das Navigationssystem (Staats-Controlling), Rumpf und Tragflächen (Verfassung) des Flugzeugs müssen nun ihre wahre Bewährungsprobe (verantwortungsvolles Handeln) bestehen - jetzt, wo es wirklich darauf ankommt. Als der Sturm zum Orkan wird, hilft auch der Autopilot (Ministerialbürokratie) nicht mehr. Der Pilot geht zur Handsteuerung (tief schneidende Reformgesetzgebung) über. Nach einigen gewagten Manövern (Abschaffen alter Zöpfe), bangen Minuten (Jahre der Zeitenwende) und etwas Glück landet er das Flugzeug sicher auf dem anderen Kontinent (Informations- und Dienstleistungsgesellschaft).

Die Passagiere sind vom stürmischen Flug aufgewühlt. So hatte man sich ihn nicht vorgestellt. Einige haben Blessuren; es gibt auch mehrere Schwerverletzte. Die meisten sind jedoch wohlauf und froh, es doch geschafft zu haben.

 

Alles nur eine Fabel?

In der Tat - das Flugzeug (Volkswirtschaft) fliegt vom Autopiloten (Ministerialbürokratie) gesteuert auf den Sturm zu. Zurück zum alten Flugplatz (Industriegesellschaft) kann es nicht mehr. Der Point of no Return (in Richtung Industrie- und industriell geprägter Dienstleistungsgesellschaft) ist längst überschritten.

Um dem Sturm zu trotzen, muß man ihm ins Auge sehen, die Herausforderung annehmen, den Ballast abwerfen, und wenn es denn sein muß, sich mit der knappen Grundausstattung für das Überleben begnügen. Und es muß sein!

Mit Bezug auf die Realität muß gefragt werden:



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24. August 2003